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Die Steiger Arbeiterschaft

Im Steigerwerk waren im Fahrzeugbau bis zu 500 Personen beschäftigt, während des I.Weltkriegs sogar 800 Personen. Sie pendelten aus Laupheim, Biberach, Erbach und den Ortschaften des Rottals nach Burgrieden, teils mit dem Fahrrad oder dem sogenannten Rottalmolle (Nebenstrecke Laupheim-Schwendi). Heute noch schwärmen ehemalige Mitarbeiter und Zeitzeugen von der Qualität und dem Können, denn fast jeder hatte sein eigenes Aufgabengebiet, in dem er Fachmann war.

 

Folgende Erinnerungen konnte ich bei Gesprächen festhalten: Das Steigerwerk war schon sehr früh mit elektrischer Beleuchtung ausgestattet. Glühbirnen waren damals von Langfingern begehrte Objekte, weshalb die Firma Osram Glühbirnen mit dem Aufdruck „Gestohlen bei Steiger AG“ herstellte.

Einmal soll im Bereich der Teile- und Qualitätskontrolle eine massive Unstimmigkeit aufgekommen sein. Der Grund war: Es verschwanden von Tag zu Tag mehrere hochwertige Prüfwerkzeuge, die zur Kontrolle der Teile dringend gebraucht wurden. Jeder verdächtigte jeden und keiner wollte dem anderen mehr trauen. Auch mit Betriebssabotage hatte man schon öfters zu tun gehabt. Die Stimmung war am Boden. Wie sich später herausstellte, wurden die Prüfwerkzeuge wegen ihrer polierten  Flächen und deren Glanz entwendet. Der Sohn des Firmenchefs Walther war der Übeltäter, der die wertvollen Stücke als Spielgeräte nutzte.   Sicher war der Bub sich seines Tuns nicht bewußt, was ihn jedoch vor einer Tracht Prügel nicht bewahrte. Zudem mußte er die Prüfwerkzeuge in seinen Kinderschubkarren laden und den mißgestimmten Arbeitern zurückbringen. Dabei mußte er ein Schild um den Hals tragen mit der Aufschrift „Ich war der Dieb“. Eine Demütigung, die Walther Steiger nie vergessen hat!

Personal au dem Konstruktionsbüro, 3. v. r. ist Paul Henze

Personal aus dem Konstruktionsbüro, linke sitzende Person ist Ing. Rees.

 Am Reißbrett rechts befindet sich die Ansicht des neuen Motors

Lehrlinge aus dem Steigerwerk. Auf dem Fass in der Mitte seht "Wir sind die Garde"  20.12.1923. Personen: Hummel, Romer, Müller, Hermann, Zinser, Beth, Gut, Steibe, Meisterhans, Glanzer, Scheffold und Hensler

Motorenbau, Person rechts ist Herr Romer

 

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