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Die Familie Steiger

Der Name Steiger ist im Kanton St.Gallen in der Schweiz schon seit dem 13. Jahrhundert bekannt. Die Wurzeln der Familie liegen im Städtchen Flawil.

Der Firmengründer Johann Ulrich Steiger wurde am 10. April 1837 in Flawil geboren. Auf seinen ersten Vornamen verzichtete er wohl, denn in sämtlichen Publikationen wird er als Ulrich Steiger genannt, so daß nun mehr von Ulrich Steiger sen. die Rede sein wird.

Die Eltern von Ulrich Steiger sen. kamen erstmals im Jahr 1840 nach Weißenau bei Ravensburg. Dort betrieb sein Vater Hans-Ulrich Steiger eine kleine Weißwarenweberei. Die Vorfahren der Familie Steiger waren im Weber- und Schmiedehandwerk tätig.

Ulrich Steiger sen. heiratete am 17. Juni 1866 Maria Stetter, die Tochter des Zieglers Stetter aus der Gemeinde Wain im damaligen Oberamt Laupheim. Bis zu seinem Tode besaß er die deutsche und die schweizerische Staatsbürgerschaft. Ulrich Steiger sen. starb am 22. Januar 1921 in Ulm.

Foto stammt aus dem Nachlass der Familie Steiger.

Aus der Ehe von Ulrich und Maria Steiger  gingen zehn Kinder hervor. Vier Mädchen und ein Junge starben frühzeitig. Die überlebenden fünf Söhne wurden auf die Namen Ulrich,  Robert, Walther, Oskar und Otto getauft.

Nachdem Ulrich Steiger sen. das väterliche Weberhandwerk erlernt hatte, kehrte er in die Schweiz zurück, um dort zusätzlich das  Schlosserhandwerk zu erlernen. Als Schweizer Staatsbürger hatte er dort auch den Militärdienst abzuleisten. Nach einigen Jahren kehrte Ulrich Steiger wieder ins Schwabenland zurück und eröffnete in Wain eine Handweberei.

Der kleine Betrieb befriedigte den strebsamen Mann jedoch nicht. So wurde als Standort für eine Feinweberei Ulm-Söflingen ausgewählt. Mit dem späteren Kommerzienrat Albert  Deschler und Franz Xaver Schlaepfer gründete Ulrich Steiger sen. die Weberei am 1. Januar 1868. Im Juli 1868 zog er mit seiner Familie nach Ulm-Söflingen.

Eine Chronik dieser traditionsreichen Textilfabrik befindet sich im Anhang zu diesem Buch.

Nach dem Willen des Vaters sollten alle fünf Söhne im Weberhandwerk tätig werden. Bei zwei Söhnen konnte Ulrich Steiger sen. sich nicht durchsetzen.

Der älteste Sohn Ulrich jun. war neben seinem Vater und August Deschler im Ulmer Betrieb als Geschäftsführer tätig.

Der zweite Sohn Robert Steiger, geb. am 3. Mai 1878, absolvierte nach der Realschule das Textil-Technikum in Reutlingen. Nach seiner Lehrzeit in der elterlichen Weberei in Söflingen verbrachte er mehrere Jahre in in- und ausländischen Spinnereien und Webereien als Textilpraktikant. Nach dem ersten Weltkrieg trat er in den Betrieb seines Vaters ein. Robert Steiger war 1906 mit dem Neubau der Zweigniederlassung in Krumbach beauftragt. Hier war er dann als Geschäftsführer eingesetzt.

Walther Steiger, der am 6. Dezember 1881 geboren wurde, studierte in der Schweiz Chemie. Danach war Walther im Alter von erst 23 Jahren im Österreich-Ungarischen Duga-Resa, heute Republik Kroatien als Leiter einer Färberei und Bleicherei tätig. Der Vater verhalf seinem Sohn zu einem eigenen Unternehmen: In Burgrieden richtete er eine Bleicherei mit Färberei ein. Walther Steiger starb am 03. Oktober 1943 in Ulm nach einer Darmopperation.

Oskar Steiger, geb. am 6. Juni 1883, fuhr zur See. Er wurde Kapitän und durch seine abenteuerlichen Seefahrten in maritimen Kreisen bekannt. In diversen Korrespondenzen wird er als Fabrikdirektor in Burgrieden erwähnt.

Otto Steiger, geb. am 9. September 1885, betrieb eine große Tuchwarenhandlung in Langenau.

Der Burgriedener Firmeninhaber Walther Steiger heiratete im Jahr 1908 die aus Krumbach gebürtige Elsa Einsle. Sie stammte aus der Familie des Krumbacher Bürgermeisters und Weinhändlers Theodor Einsle. Aus der Ehe gingen vier Kinder hervor, zwei starben frühzeitig. Die Tochter Luise, geboren am 13. April 1911 in Burgrieden, starb am 7. November 1991. Sohn Walther Steiger wurde am 22. Oktober 1915 ebenfalls in Burgrieden geboren. Er verstarb am 14. Oktober 1996 in Neu-Ulm.

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