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Fehlersuche am Motor

 

Die Auspuffseite des Motors mit dem Öldruckregler und Ölsieb rechts.

 

Detailansicht der Ölsieb- und druckreglereinheit.

 

Deckel des Ölsiebes ist abgenommen.

 

Verschraubung am Öldruckregler ist entfernt.

 

Verschraubung mit Feder und fixierbarer Regulierschraube.

 

Reglereinsatz aus dem Öldruckregler.

 

Detailansichten des Einsatzes.

 

Darstellung wie es eingebaut aussieht.

 

Ölleitung wie sie am Nockenwellengehäuse ankommt, derzeit abgeschraubt.

 

 

Auszug aus meinem Werkstattagebuch:

 

 

Ölhaushalt und Öldruckeinstellung

 

Am Ausgang des Ölfilters auf der linken Motorenseite befindet sich ein sogenanntes Überdruckventil. An diesem Ventil kann der Öldruck für die Nockenwelle und Ventiltrieb und letztendlich für die Königswelle eingestellt werden.

 

Im Betrieb des Motors kann ein Öldruck von 3,1 – 4,5 Bar justiert werden. Dies erscheint massiv zuviel, es könnte sein, dass das Motorenöl über die Ventile in den Auspuff läuft und am Krümmer austritt. Im Probelauf wird eine große Rauchentwicklung über den Auspuff festgestellt.

 

Der Öldruckregler / Überdruckventil wurde geöffnet und auf eventuelle Schäden oder Verschleiß kontrolliert. Bislang fielen keine unregelmäßigkeiten auf.

 

Im Archivbestand wird eine neue Ventilverschraubung mit Feder festgestellt. Die Feder wurde wie folgt vermessen:

 

Durchmesser 14 mm, Materialstärke 1,1 mm, Gesamtlänge 31 mm, Windungen 9

Federdruck bei:

 

                1 mm        45 Gramm

                2 mm        105 Gramm

                5 mm        290 Gramm

                8 mm        500 Gramm

                10 mm      633 Gramm

                15 mm      966 Gramm

                20 mm      1340 Gramm

 

Die im Fahrzeug verbaute Feder wurde auch vermessen und ähnliche Druckwerte festgestellt.

 

Nach dem wechseln des Motorenöls von SAE 20 auf SAE 40 (ELF HTX) kann im Probelauf festgestellt werden, dass sich der Oldruck von 1,8 Bar auf 2,2 Bar an der Regulierschraube einstellen lässt. Im Probebetrieb verbrannte Öl aus dem Auspuffbereich und sorgte wieder für Rauchentwicklung.

 

Nach Abschrauben der Ölleitung am Motorkopf und Probelauf wird ein relativ großer Ölfluss festgestellt, welcher sich nicht reduzieren lässt.

 

Diagnose am 08.09.2018

 

Der Ventildeckel und die beiden Seitenteile am Nockenwellengehäuse wurden demontiert. Der Nockenwellenbereich und der darunter liegende Ventilfederraum vom Ölfilm getrocknet. Beim anschließenden Probelauf wurde festgestellt, dass alle beweglichen Teile, Kipphebel, Stößel und Nochenwelle reichlich mit Öl versorgt werden. Eine Undichtikkeit im Bereich der Stößel nach Unten kann nicht festgestellt werden. Auch ist der Ventilfederraum unter der Nockenwelleneinheit trocken und es kann keine Undichtigkeit festgestellt werden. Auf der Stirnwandseite befindet sich eine Abflussleitung in welcher überschüssiges Öl in den Kurbelwellenraum abfliesen kann, auch diese ist frei und in Funktion. Dennoch ist beim Probelauf die Rauchentwicklung am Auspuff enorm.

 

Nach der Demontage des Auspuffkrümmer und des Sammlers wird ein massiver Ölantrag im Sammler festgestellt. Im Ventilraum des 2. Zylinder (von vorne) wird viel Öl festgestellt, auch im Kontaltbereich der Ventilkanten zum Ventilsitz. Beim kurzen Probelauf zeigt sich, dass aus dem 2. Brennraum das Öl kommt und für die enorme Rauchentwicklung verantwortlich ist.

 

Es wird nun doch vermutet, dass der Kolben im 2. Brennraum von unten Öl zieht, was auf einen defekten Kolben- oder Ölabstreifring deutet.

 

Michael Schick

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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